Ausstellungsbesuch im Kunsthaus des BBK, Braunschweig

Am Hauptbahnhof sind wir mit der Straßenbahn Nr. 1 losgefahren und Tiffany fühlte sich wie im Flugzeug als die Bahn um die Kurve fuhr. Am Rathaus mussten wir in die Nr. 3 umsteigen und bis zur Haltestelle Botanischer Garten fahren. Das Torhaus des Botanischen Garten und das Torhaus des BBK (dazu später) stehen sich genau gegenüber. Die Häuser heißen Torhäuser weil man vor langer langer Zeit, bevor es Autos und Straßenbahnen gab, nur durch die Torhäuser in die Stadt kam. Es gab eine Wallanlage zum Schutz rund um die Stadt.

BBK heißt: Bund Bildender Künstler und Künstlerinnen, das steht so ähnlich auch an dem Torhäuschen. In diesem Bund sind über 130 Mitglieder so viele und noch viel mehr Künstler und Künstlerinnen gibt es in Braunschweig und Umgebung. Das sind ganz schön viele! Das kommt daher, weil man in Braunschweig Kunst studieren kann.

Wir gehen weiter, denn wir werden bereits freudestrahlend von Julia Taut erwartet, die vor dem Häuschen steht. Sie ist die Geschäftsführerin des BBK und führt uns durch die Galerie. Erst werden wir belehrt, dass die Kunst, nicht angefasst werden darf! Au das wird schwierig… Wir sehen die Ausstellung „Der & Der – von cross bis kleb, von Stoff bis over“ von Gernot Baars & Jonas Karnagel. Gleich geht’s in den ersten Raum und was ist denn das! Das sieht wie ein Affe aus, aber der ist fast durchsichtig, weiß und wirkt zerbrechlich. Julia erzählt uns, dass das ein Makake ist und der Künstler Gernot Baars ihn mit Klebstoff aufgebaut, geformt hat. Die meisten von uns haben schon gesehen, wie man was mit Heißkleber zusammenklebt, aber sowas! Der Affe schaut uns etwas grimmig an, so als ob er seine Ruhe haben möchte. Julia zeigt uns bereits den nächsten Affen, einen Menschenaffen.

Der Künstler (Gernot Baars) hat extra für uns ein paar Klebeproben gemacht, aus denen er die Affen geklebt hat, damit wir das mal anfassen dürfen. So können wir uns besser vorstellen, wie diese Kunstwerke aufgebaut sind. Aber die Fingerkuppen des Künstlers, die möchten wir alle gerne mal sehen, die sind bestimmt voller Brandblasen!

Beim nächsten Kunstwerk hat der Künstler auf der Rückseite der Bilder jeweils etwas versteckt, wenn nun jemand ein Bild kauft, kann er / sie nicht wissen, was auf der Rückseite zu sehen ist! Johan, Tamino und Eymen versuchen hinter die Bilder zu linsen…

Julia erzählt so spannend von den Künstlern, wir lassen uns nichts entgehen und schauen ganz gebannt, vor allem die Skulpturen aus Klebstoff faszinieren uns. Hier gibt’s einen Vogel zu sehen, in roter Farbe, ja das gibt es wirklich, roter Klebstoff!

Weiter geht’s in den nächsten Raum, hier sind Bilder von Jonas Karnagel, es sind alles Köpfe und auf einigen Bildern muss man diese erst suchen! Manche Menschen sehen wie tot aus, meint Laurin. Der Künstler beschäftigt sich mit dem Menschen, dem Leben und der Vergänglichkeit. Auf einem Bild ist auch eins seiner Kinder zu sehen, ein Foto über das er immer wieder gemalt hat und am Schluss auf Stoff genäht hat. Der Mensch und seine Veränderung, seine (Ver-)Wandlung sind wichtige Themen in seinen Bildern. Er zeigt aber auch andere Arbeiten z.B. Wasserspeier hat er fotografiert und so lange überarbeitet bis diese mystisch und bedrohlich wirken wie auf einem Gemälde.

Weiter geht’s die steile, knarzige Treppe hoch ins Obergeschoss. Erst mal einen Blick aus dem „Halbmond“ Fenster werfen!

Hier oben sind die Räume ganz schön klein und auch nicht mehr so hoch. Aber was ist das denn? Das Bild sieht ja aus wie ein Computerspiel! Die Menschen sind ganz eckig gemalt.

Und hier sind wieder ganz viele Köpfe, die sind bestimmt von Jonas Karnagel.

Und was könnte sich hinter dieser Tür verstecken? Julia erklärt es uns gleich, das ist ein Estrich und hier lagern ganz viele Bilderrahmen und Werkzeuge.

Langsam werden wir etwas müde, so dass wir gleich in den Garten der Galerie runtergehen. Weil es so Spaß macht, uns endlich bewegen zu dürfen rennen wir, Julia voran, rund um den „Affen“, der im Garten aus alten Ästen und Efeu vom Künstler Gernot Baars aufgebaut worden ist.

Zum Abschluss malen wir für Julia Taut und die Galerie den Boden schön und noch ein paar Bananen für die Affen. Leider ist die Zeit schon um und es geht wieder zurück in den Kindergarten.