Junge Künstler - kreative Ackermäuse

Wir kooperieren mit der Braunschweiger Künstlerin Frau Franziska Rutz. Sie besucht uns jeden Dienstag und Mittwoch vormittags in unserem Atelier und bietet den Kindern kreative und künstlerische Impulse an.

Zeichnen, kneten oder malen wirkt auf uns den ersten Blick oft spielerisch und meist nicht wie ‚Kunst‘ im eigentlichen Sinne, es ist allerdings kein „zweckfreies Spielen“. Durch Kunst eignen sich Kinder ihre Umgebung an und setzen sich mit ihrer Umwelt auseinander, deshalb möchten wir Kinder an bildende Kunst heranführen.

Wir besuchen den Kunstverein

Die Ele-Kinder haben gemeinsam mit Franziska Rutz eine Ausstellung beim Braunschweiger Kunstverein besucht.

Den Bericht und ein Interview mit den Kindern finden Sie hier zum Herunterladen!

Alexander Calder, Black Widow, 1948 Instituto de Arquitetos do Brasil Sao Paulo

Atelierbericht der Ackermäuse

Im August und September sind wir mit „Lissy vom Einrad“ übers große Meer gefahren ins Atelier des Künstlers Alexander Calder.

Alexander Calder, lebte von 1898-1976 er war ein Amerikanischer Bildhauer, der kinetische Skulpturen geschaffen hat, das heißt viele seiner Skulpturen bewegen sich. So machte er z.B. große Mobiles die von der Decke hängen. Viele seiner Stahlskulpturen sind in Städten weltweit zu sehen.

Im Atelier behandeln wir momentan das Thema Rotieren. Wir haben Kreisel gebaut, wenn man diese dreht, mischen sich die Farben, die draufgemalt wurden: aus gelben und blauen Punkten entsteht beim Drehen dann Grün.

Mit Hilfe einer Töpferscheibe, die sich ganz schnell drehen lässt, haben wir viele, viele Kreise auf Papier gemalt. Diese bemalten Scheiben montieren wir nun an Drähte, so entsteht, wie bei Alexander Calder, ein Mobile.

Dabei müssen wir auf das Gleichgewicht achten, große Scheiben aus Papier sind viel schwerer als kleine.

Alexander Calder liebte auch Musik, Tanzen und vor allem den Zirkus. Er bog mit Draht die verrücktesten Figuren. Er führte Zirkusvorstellungen auf, auch für Erwachsene, mit seinen Drahttieren, Drahtmenschen und Wagen etc.. Bei YouTube gibt es Original-Filme darüber: https://www.youtube.com

Wir versuchen mit Draht Figuren, Tiere, Fahrräder, Autos und Fantasiegestalten zu biegen.

Das stellt sich als ganz schön schwierig heraus!

Manchmal entwickeln die Kinder die Ideen der Erwachsenen weiter, so sind z.B. auch die Wackelköpfe entstanden, die könnten gut in einer Zirkusaufführung eingesetzt werden. Pferde, Elefanten und Löwen sind doch ganz schön anders geworden als die Vorlage. Die Erwachsenen sehen darin künstlerische Entfaltung aber die Kinder finden das nicht so gut, sie wollen lieber dass sie echt aussehen.

Hier malen zwei Kinder die Welt! … mit den Kontinenten. Die runde Form regt zum Experimentieren an; die Erde dreht sich ja auch und das Blaue ist das Wasser und die Luft.

An einem Freitag im September ist Leoni zu uns gekommen und hat uns gezeigt, wie wir Bücher oder kleine Hefte machen können. So können wir jetzt Freundschaftsbücher und Schatzbücher selber machen und gestalten. Das ist etwas ganz Besonderes und Geheimnisvolles, weil es unser eigenes Buch ist. Wir bestimmen selber, wer darin zeichnen oder malen darf und wer es lesen darf.

Der neue Hype im Atelier sind die Bügelperlen. Die erfordern viel Ausdauer, Feinmotorik und Geschick, um sie genau an die vorgesehenen Plätze zu legen. Dabei lernen die Kinder auch nach Farben zu sortieren und wenn sie gebügelt sind, sehen sie richtig toll, exakt und bunt aus.

Nebenher entstehen im Atelier immer viele Kritzelzeichnungen, die dann auch wieder zerschnitten oder zerrissen werden; den jüngeren Kindern ist der Prozess, das Machen, viel wichtiger als ein Ergebnis. Die älteren Kinder hingegen, wollen gerne alles, was sie hier machen, sofort mit nach Hause nehmen, da können sie es zeigen und hoffentlich bewundern lassen.

Ausblick:

Mit „Lissy vom Einrad“ machen wir eine Zeitreise ca. 130 Jahre (von heute) zurück und besuchen Paul Klee in seinem Atelier. Er hat erfunden, dass man eine Zeichnung nur mit einer Linie zeichnen kann, ohne dass man den Stift vom Blatt hebt. Diese Ein-Linien-Zeichnungen sehen dann aus wie die Drahtfiguren von Alexander Calder.
Wieviel Zeit vergangen ist von 1879, bis heute, ist ganz schön schwierig darzustellen. Wir können uns das wie ein Messband vorstellen und wichtige Ereignisse z.B. alle 10 Jahre darin aufzeichnen.

Ein Ausstellungsbesuch im Kunstverein ist für den Oktober geplant. „In einer Doppelausstellung zeigt der Kunstverein Braunschweig Werke der Künstler Klara Liden und Karl Holmqvist. Die Schau vereint individuelle Positionen beider Künstler mit kollaborativ entwickelten Raumensembles.“ Was das heißen soll und ob uns das gefällt, sehen wir dann beim Ausstellungsbesuch.

Wir freuen uns auf viele Drahtkleiderbügel, damit wir an den Drahtfiguren weiter arbeiten können!

29. September 2016 - Franziska Rutz

Kooperation mit Franziska Rutz

Seit einiger Zeit arbeiten wir mit der lokalen Künstlerin Franziska Rutz zusammen. Vielleicht habe Sie schon von ihr oder ihren wunderbaren Ideen gehört. Von ihren Arbeiten können Sie sich auf ihrer Website ein Bild machen: http://www.franziskarutz.de/

Unsere Zusammenarbeit möchten wir nun ausbauen und kreative Arbeitskisten für die Kinder in das Atelier integrieren. Ausgangspunkt für die Arbeitskisten sind der ‚Schemas in early excellence‘-Ansatz, eine Schematheorie die von Chris Athey und Tina Bruce entwickelt und erprobt wurde. Diese basiert auf Piaget’s Arbeit zur kognitiven Entwicklung und geht davon aus, dass Kinder durch die Anwendung und Weiterentwicklung von Handlungsmustern (Schemata) ihre kognitive Entwicklung vorantreiben. Schemas sind Handlungs- bzw. Verhaltensmuster, durch die Kinder sich ein Bild von der Welt machen und versuchen herauszufinden, wie diese funktioniert.

In Anlehnung an die behandelten Schemata werden dann mit den Kindern verschiedene Museen besucht, um sich ein Bild davon zu machen, wie andere Künstler diese umsetzen. 

Die Expertise einer arbeitenden Künstlerin bringt immer wieder neue Impulse und wir und die Kinder schätzen diese sehr.