Hengstenberg-Projekt - "Bewegte Turnmäuse"

Zur Neueinführung der Bewegungspädagogik nach Elfriede Hengstenberg ist das Projekt „Begabte Turnmäuse – Integration von Hengstenberg Materialien in einem begabungsorientierten Kindergarten“ entwickelt wurden. Um nachhaltige Bewegungsimpulse für die Elekinder und Kinder mit einer körperlich-kinästhetischen Begabung zu bieten und die Qualität unserer pädagogischen Arbeit aufzuwerten, wurden die Bewegungspädagogik nach Hengstenberg in dem breit angelegten Projekt systematisch eingeführt.  

Dank der finanziellen Unterstützung der Niedersächsischen LOTTO-SPORT-STIFTUNG, der RICHARD BOREK-Stiftung und des Rotary Club Braunschweig-Hanse konnte eine Teamfortbildung stattfinden, externe Fortbildungen besucht, Hengstenberg Bewegungsmaterialien gekauft sowie die Bewegungspädagogin Eva Weber-Lück zu regelmäßigen Hospitationen eingeladen werden. 

Seit Einführung der Materialien finden regelmäßige Bewegungsstunden auf der Spielwiese statt. Nachdem die Materialien zuerst vorwiegend von den Elementarkindern genutzt wurden, zeigten auch die Krippenkinder großes Interesse. Wir konnten beobachten, dass die Materialien auch den Kleinsten entwicklungsfördernde Impulse gaben.

Da die Hengstenberg Pädagogik die Zielgruppe der über Vierjährigen konzipiert ist, erweiterten wir das Projekt in den Krippenbereich mit der Bewegungspädagogik von Emmi Pikler. Beide Pädagoginnen entwickelten Konzepte unabhängig voneinander, nur dass sie unterschiedliche Entwicklungsalter ansprachen. Seit Eröffnung der Einrichtung gibt es Pikler Materialien im Haus. Dank der finanziellen Unterstützung konnten weitere Materialien gekauft werden.

Aktuell Interessieren sich die Elekinder für Akrobatik und das Spiel mit Seilen. Die Krippenkinder sortieren die unterschiedlichen Materialien in Körbe und transportieren diese. Hier soll im neuen Kita Jahr angeknüpft werden. Außerdem ist geplant, regelmäßige Spielstunden mit Eltern durchzuführen. Eva Weber-Lück wird noch eine weitere Zeit die Kita besuchen.

 

August 2017

Auftaktveranstaltung der „Begabten Turnmäuse“ für das Ackermäuse-Team

Am Freitag, den 29. Juli 2016 fand eine Einführung in unser neues Hengstenberg-Material statt. Dank einer Spende der Richard Borek Stiftung konnten wir dieses hochwertige Bewegungsmaterial anschaffen. Dadurch kommen wir unserem Ziel, Kinder in ihrer Begabungsentfaltung voran zu bringen und ihr Selbstbewusstsein zu steigern, ein großes Stück näher.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei der Richard Borek Stiftung dafür!

Die Ziele und Vorgehensweise haben die Projektleitung Loredana Ahfeldt und weitere Mitarbeiter*innen der SieKids Ackermäuse in der Projektbeschreibung „Begabte Turnmäuse“ festgehalten.

Hengstenberg-Material ist ein spezielles Spielmaterial, das aus Holz besteht und auf ganzheitliche Bewegung setzt. Entwickelt wurde es von Pädagogin und Physiotherapeutin Elfriede Hengstenberg (1892-1992). Es besteht aus unterschiedlichen Holzelementen, wie halbrunden und eckigen Hölzern, Balancierstangen, Leitern und Kippelbrettern. Wir arbeiten zu Beginn mit diesem sogenannten Bodenmaterial, indem wir Verbindungen zwischen den Elementen entstehen lassen.

Für die praktische Einweisung in das Hengstenberg-Material am 29. Juli 2016 haben wir die beiden Expertinnen Inge Meinikat und Eva Weber-Lück eingeladen. Sie haben uns die Grundregeln im Umgang mit dem Hengstenberg-Material erläutert. Die Regeln sind dazu da, um mit den Materialien sinnvoll und sicher zu arbeiten. Alle Fachkräfte haben die Materialien praktisch erkundet und sich auf die Art und Weise dem Material genähert, wie es später auch die Kinder tun werden.

Die fünf Grundregeln bei der Verwendung von Hengstenberg-Materialien lauten:

1. „Es wird immer barfuß gespielt.“

2. „Lass dir Zeit.“

3. „Nutze den Raum.“

4. „Es darf nicht gedrängelt oder geschubst werden.“

5. „Mach nur das, was du dir selbst zutraust.“

Ein Zitat von Elfriede Hengstenberg verdeutlicht die Haltung, die hinter den Regeln steht: „Es bestätigt meine Erfahrung, dass Kinder durch verständnisvolles Verhalten von Eltern und Erziehern mehr Chancen zu guten Leistungen haben als diejenigen, die während ihrer Versuche gestört, unterbrochen oder ermahnt werden.“

Das Ziel beim Einsatz von Hengstenberg-Materialien ist die selbstgesteuerte Eigenaktivität der Kinder. Die Erwachsenen zeichnen sich durch eine aufmerksame Anwesenheit aus und beobachten die Kinder. Anstatt das Tun der Kinder zu loben und zu bewerten, werden ihre Handlungen bei Bedarf sprachlich begleitet. Auf diese Weise werden die Kinder wertgeschätzt und ermutigt, sich weiter auszuprobieren. Es wird deutlich, dass sich der Einsatz von Hengstenberg-Materialien von „normalen“ Turnstunden unterscheidet.

Nach dem praktischen Ausprobieren der Materialien erfolgte eine Reflexion der Eindrücke im Plenum. Die Kolleg*innen gaben die Rückmeldung, dass sie sich die gesamte Zeit sicher gefühlt haben, da die Gruppe wertschätzend miteinander umgegangen ist. Somit hat die Einweisung in die Hengstenberg-Materialien auch gleichzeitig Teambuilding bewirkt. Die Kolleg*innen haben festgestellt, dass ihre Bewegungen anfangs unsicher waren und im Verlauf der Einheit sicherer geworden sind. Als Erwachsener balanciert man nur noch selten. Dies ist aber eine gute Übung, um zu innerer und äußerer Ruhe zu gelangen.

Auch einen Einblick in die Literatur zum Thema Hengstenberg gab es im Laufe des Vormittags. Dazu haben die Referentinnen Bücher, Projekthefte sowie Ausdrucke von Artikeln bereitgelegt. Die Kolleg*innen konnten allein oder in einer kleinen Gruppe die Literatur sichten und sich dazu austauschen.

Frau Meinikat wird zukünftig einmal im Monat vormittags in die Kita kommen, um eine Spieleinheit zu den Hengstenberg-Materialien mit den Kindern zusammen durchzuführen. Der erste Termin findet am 16.08.2016 statt.

Die Auftaktveranstaltung für die Eltern findet im Rahmen der alljährlichen Vollversammlung am 01.09.2016 um 19 Uhr statt.  Auch praktische Einheiten für Eltern und Kinder sind in der Jahresplanung vorgesehen.